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» Geschichte | Städtchen Werdenberg


Werdenberg weicht in seiner Anlage und Entwicklung deutlich von anderen mittelalterlichen Städten ab. Im Gegensatz zu vielen Orten wurde hier nicht eine bereits bestehende Siedlung mit Festigungsmauern umgeben und mit einem Stadt- und Marktrecht versehen, sondern Werdenberg ist mit dem Bau der Burg und ihrer weitläufigen Maueranlage entstanden.
So konnten die Häuser nicht, wie anderswo, von den Gassen weg gegen die Hinterhöfe und die Stadtmauer hin anwachsen, sondern nur von der Stadtmauer gegen die Gasse hin.

Peter Albertin, Bauforscher aus Winterthur, wirft daher die Frage auf, ob Werdenberg wirklich eine in seiner anfänglichen Entwicklung verharrtes Städtchen darstellt oder vielmehr als ganzes eine grosszügige Burganlage mit Einbezug von Bauten für Handwerker und Dienstleute ist.
Dies erscheint allerdings als etwas überspitzte Formulierung. Wahrscheinlich ist das Städtchen einige Jahrzehnte nach dem Schlossbau als Ergänzung zur Burganlage errichtet worden sein. Begründet werden kann dies mit der erwähnten Städte-Gründungswelle um etwa 1250 (Burg ist einige Jahrzehnte älter).
Dendrochronologische Untersuchungen im Städtchen ergeben als älteste Teile das Jahr 1261, was das wahrscheinliche Gründungsdatum Werdenbergs ist, weil es auch in die Zeit unmittelbar nach der Trennung von Montfort fällt und zeitlich zu den werdenbergischen Gründungen Bludenz und Sargans passt.


» Chronologie
 
Zeit: Ereignisse:
Mitte 12. Jh. Das Erbe der Bregenzer Grafen geht an Pfalzgraf Hugo von Tübingen. Die Germanisierung des bisher rätoromanischen Rheintals beginnt.
um 1200 Hugo, der Sohn des Pfalzgrafen von Tübingen, baut die Burg Montfort und gründet die Stadt Feldkirch und nennt sich "comes montis fortis"; Graf von Montfort.
Mitte 13. Jh. Rudolf und Hugo von Motfort verwalten das Erbe gemeinsam, wobei Rudolf sich auf das linke Rheinufer mit Werdenberg konzentriert.
1258 Das montfort'sche Erbe wird geteilt. Die Söhne von Rudolf erhalten den südlichen Teil Unterrätiens vom Walensee bis zum Arlberg und das linke Rheintal bis zur Herrschaft Sax.
ab 1258 Dauerfehden zwischen Montfort und der eng verwandten Linie Werdenberg.
1269 - 1289 Werdenbergische Städtegründungen zur Sicherung ihrer Herrschaft: (vor 1269: Bludenz; vor 1271 Sargans und 1289 (urkundliche Erwähnung): Werdenberg.
1277 Graf Hugo von Werdenberg kauft die Grafschaft Heiligenberg und wird (habsburgischer) Vogt in Oberschwaben.
1342 Erbeteilung der Grafschaft Werdenberg ( Grafschaft Sargans und Grafschaft Vaduz) lösen sich.
1378 Teilung der verbliebenen Grafschaft Werdenberg unter den Brüdern (Heinrich III. / Hugo IV. / Albrecht).
1386 Sieg der Eidgenossen bei Sempach und Näfels verhindert Verfall der Grafschaft Werdenberg.
1404-1408 Appenzeller Kriege, die Brüder Hugo und Rudolf von Werdenberg verlieren ihren Besitz im Rheintal.
1404 Graf Wilhelm VII. von Montfort-Tettnang gewinnt Schloss und Stadt Werdenberg.
1482 Kauft Peter von Sax-Misox die Herrschaft Werdenberg.
1484 Kauft die Stadt Luzern die Herrschaft Werdenberg.
1486-1517 Häufiger Wechsel der (verschuldeten) Herrschaft.
1517 Der Stand Glarus kauft die Herrschaft Werdenberg. Auf dem Schloss residieren in den folgenden 281 Jahren 97 Landvögte.
1525 Erste Trübung des Verhältnisses Werdenberg / Glarus im Gefolge der Bauernrevolten.
1526 Reformation im Werdenberg (gefördert durch Landvogt Jost Tschudi).
1721-1725 Werdenberger Landhandel. Nach Unruhen stellt Glarus die Ordnung mit militärischen Mitteln wieder her.
1798 Einmarsch der Franzosen, Werdenberg kommt an den Kanton Linth.
1803 Werdenberg wird dem neuen Kanton St. Gallen zugeteilt.
1956 Frau Frida Hilty schenkt das Schloss an den Kanton.
1960 Die Stiftung Pro Werdenberg wird gegründet und mit Mitteln von Bund und Kanton ausgestattet. Unter der Leitung des Architekten und kantonalen Denkmalpflegers Walter Fierz (1908-1979) und des Architekten Hansruedi Dietschi werden zahlreiche Restaurierungen durchgeführt.
1980 Wird das Seeufer neu gestaltet.
1990 - 1998 Die Historisch-Heimatkundliche Vereinigung Werdenberg (HHVW) kauft das Schlangenhaus im Hinterstädtli. Nach Errichtung der Stiftung Regionalmuseum Schlangenhaus wird im Schlangenhaus ein historisches Museum der Region Werdenberg eröffnet.

 
   
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