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Ab dem 10. Jahrhundert gehörte das obere Rheintal mit unserem Gebiet zu Unterrhätien, das nach dem Jahre 1032 von den Grafen von Bregenz regiert wird. Durch Heirat kommen die herrschaftlichen Rechte später an die Pfalzgrafen von Tübingen. Ein Sohn des Pfalzgrafen von Tübingen erbt die Gebiete der Bregenzer Grafen und bezeichnet sich fortan als „comes montis fortis“, also als Graf von Montfort.

Aus einer späteren Teilung des Hauses Montfort geht die werdenbergische Linie hervor, welche sich ihrerseits in die Hauptlinien Werdenberg-Heiligenberg und Werdenberg-Sargans aufteilt.

Um ihre Herrschaft zu sichern, gründen die Werdenberger die Städte Bludenz, Werdenberg und Sargans. Alle diese Stadtgründungen fallen in die Mitte des 13. Jahrhunderts. Mit dem Tod des letzten Stauferkaisers Friedrich II. beginnt um 1250 die „kaiserlose Zeit“. In dieser Zeit des allgemeinen Rechtsverfalls gelingt es auch kleinen Dynasten, wie den Werdenbergern, ihre Territorien durch Städte abzusichern. Die Kleinstädte dienen also vor allem militärischen Zwecken, sind aber auch wichtige lokale Märkte.

Ständige Erbstreitigkeiten zwischen Montfort und Werdenberg führen bis gegen Ende des 13. Jahrhunderts zu ständigen Kleinkriegen, unter denen vor allem die ungeschützten bäuerlichen Untertanen zu leiden haben.

Häufige Gebietsteilungen und Fehden führen zum Ruin des werdenbergischen Geschlechtes, so dass nach diversen Herrschaftswechseln die ehemalige Grafschaft Werdenberg 1517 vom eidgenössischen Stand Glarus gekauft wird. Die Werdenberger werden nun glarnerische Untertanen und bleiben dies bis zum Einmarsch der französischen Heere im Jahre 1798. Die heutige werdenbergische Gemeinde Gams wird Untertanengebiet des Standes Schwyz und (katholisch) Glarus, was zur bis heute bestehenden konfessionellen Trennung des Bezirks führt. Das ehemalige Kerngebiet der Freiherren von Hohensax, die heutige Gemeinde Sennwald, wird Untertanengebiet des Standes Zürich.

In den Jahren 1721 bis 1725 kommt es im Werdenberg zu bescheidenen Versuchen, die  absolute Herrschaft der Glarner mit Hinweis auf alte verbriefte Rechte zu entschärfen (Landhandel). Glarus reagiert mit militärischer Gewalt und behält das Gebiet bis 1798 fest im Griff. Erst der Einmarsch der Franzosen 1798 beendet die Untertanenverhältnisse.

Das Gebiet kommt in der Helvetik zunächst zum Kanton Linth und ab 1803 dann zum neu geschaffenen Kanton St. Gallen. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts bringt dann die Stickereiindustrie etwas Wohlstand in die bitter arme, durch eine hohe Auswandererquote gekennzeichnete Landschaft. Die ständig präsente Not durch Überschwemmungen der Rheinebene wird durch umfangreiche Korrektions- und Meliorationsarbeiten gebannt. Ein wichtiges Kennzeichen des 19. Jahrhunderts ist zudem der Ausbau der Verkehrswege, die Errichtung von Brücken über den Rhein sowie der Eisenbahnbau.

Nach dem Ersten Weltkrieg erfolgt der Niedergang der Stickereiindustrie, was zu einer länger anhaltenden wirtschaftlichen Krise führt. Erst nach dem Zweiten Weltkrieg verbreitet sich allmählich ein die breiten Kreise erfassender Wohlstand, der nun wirtschaftlich nicht mehr auf nur ausschliesslich einer Industrie basiert. Der rasche Ausbau der Infrastruktur, vor allem auch der Autobahnbau bringt einen markanten Landschaftswandel, unterstreicht jedoch zudem den Charakter des Gebietes als Durchgangsland zwischen Nord und Süd.


   
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